Vollstreckbarerklärung eines inländischen Schiedsspruchs

Zwar kön­nen im Voll­streck­bar­er­klä­rungs­ver­fah­ren — über die gesetz­li­chen Auf­he­bungs­grün­de für inlän­di­sche Schieds­sprü­che (§ 1060 Abs. 2, § 1059 Abs. 2 ZPO) hin­aus — sach­lich­recht­li­che Ein­wen­dun­gen gegen den in einem Schieds­spruch fest­ge­stell­ten Anspruch gel­tend gemacht wer­den. Die Grün­de, auf denen die Ein­wen­dun­gen beru­hen, müs­sen aller­dings in ent­spre­chen­der Anwen­dung des § 767 Abs. 2 ZPO nach dem Schieds­ver­fah­ren ent­stan­den sein1.

Vollstreckbarerklärung eines inländischen Schiedsspruchs

Hier­bei kommt es nur dar­auf an, ob zum maß­geb­li­chen Zeit­punkt die objek­ti­ven Vor­aus­set­zun­gen für die Ein­wen­dun­gen vor­ge­le­gen haben, nicht dage­gen dar­auf, ob die­se dem Schuld­ner bekannt waren oder hät­ten bekannt sein müs­sen2.

Der Aus­schluss von vor dem Abschluss des Schieds­ver­fah­rens ent­stan­de­nen Ein­wen­dun­gen gilt aller­dings nicht aus­nahms­los. Ist ein Ein­wand bereits vor dem Schieds­ge­richt gel­tend gemacht wor­den, hat sich die­ses aber einer Ent­schei­dung dar­über ent­hal­ten, weil es sich — zu Recht oder zu Unrecht — bezüg­lich der Ent­schei­dung über den Ein­wand für unzu­stän­dig erach­tet hat, steht nichts im Wege, die­sen Ein­wand vor dem ordent­li­chen Gericht gel­tend zu machen3. Glei­ches gilt, wenn der Ein­wand zwar vor dem Schieds­ge­richt nicht erho­ben wur­de, aber fest­steht, dass das Schieds­ge­richt sich damit man­gels Zustän­dig­keit nicht befasst hät­te4.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Dezem­ber 2013 — III ZB 9312

  1. vgl. nur BGH, Beschluss vom 30.09.2010 — III ZB 5710, Schieds­VZ 2010, 330 Rn. 8 mwN []
  2. vgl. nur BGH, Urteil vom 21.05.1973 — II ZR 2272, BGHZ 61, 25, 26 f; Beschluss vom 06.05.2004 — IX ZB 34902, NJW-RR 2004, 1422, 1423 []
  3. vgl. zur Auf­rech­nung mit einer Gegen­for­de­rung BGH, Urteil vom 22.11.1962 — VII ZR 5561, BGHZ 38, 257, 264 ff []
  4. BGH, Urteil vom 07.01.1965 — VII ZR 24163, NJW 1965, 1138, 1139 []