Der Streik bei Lufthansa

Der Streik bei Luft­han­sa hat das Unter­neh­men ca. 100 Mil­lio­nen Euro gekos­tet. Zwar sit­zen die Par­tei­en wie­der am Ver­hand­lungs­tisch, aber eine Eini­gung ist damit noch nicht in Sicht. Inzwi­schen ist die Rede von einer mög­li­chen Schlich­tung.

Der Streik bei Lufthansa

Aktu­ell besteht durch die ange­kün­dig­te Wie­der­auf­ge­nah­me der Ver­hand­lun­gen kei­ne Gefahr eines wei­te­ren Streiks der Pilo­ten. Mit Hil­fe von 14 Streiks hat die Gewerk­schaft Ver­ei­ni­gung Cock­pit ver­sucht, ihre Gehalts­er­hö­hun­gen gegen­über der Luft­han­sa durch­zu­set­zen. Die­ser Kampf bleibt auch bei dem bör­sen­no­tier­ten Unter­neh­men nicht ohne Fol­gen. Denn die Deut­sche Luft­han­sa AG gehört zwar mit zu den mäch­tigs­ten Flug­ge­sell­schaf­ten, aber neben dem Streik ist zum Einen der enor­me Kon­kur­renz­kampf nicht zu ver­ges­sen und zum Ande­ren setzt die Umstruk­tu­rie­rung eben­falls dem Unter­neh­men zu. Dass die­se Belas­tung dem Akti­en­kurs zusetzt, bleibt nicht aus.

Wäre der Arbeits­kampf mit der Pilo­ten­ge­werk­schaft been­det, könn­te sich das posi­tiv auf die Luft­han­sa-Aktie aus­wir­ken. Die Her­an­zie­hung eines Schlich­ters ist dabei durch­aus als ers­ter Schritt in die rich­ti­ge Rich­tung anzu­se­hen. Doch wes­halb muss es unbe­dingt ein Schlich­ter sein — die Hil­fe eines Media­tors kann genau­so gut zu einer gemein­sa­men Lösung füh­ren.

Wäh­rend ein Schlich­ter die Posi­tio­nen bei­der Par­tei­en bewer­tet und einen Lösungs­vor­schlag macht, der einem Kom­pro­miss gleich­kommt, hält sich ein Media­tor zurück. Er unter­stützt die Par­tei­en selbst eine Lösung ihres Kon­flikts zu fin­den. Es fin­det kei­ne Bewer­tung statt. Die so gemein­sam gefun­de­ne Lösung ist stets ein­ver­nehm­lich, so dass es kei­nen Ver­lie­rer gibt. Ein Schlich­ter ser­viert den Par­tei­en eine Lösung, die von die­sen ange­nom­men wer­den kann aber nicht muss. Eine sol­che Kom­pro­miss­lö­sung kann meis­tens nicht alle Betrof­fe­nen rest­los zufrie­den stel­len. Das sieht bei einer Media­ti­on anders aus. Hier bleibt der Media­tor neu­tral. Die Par­tei­en sind aktiv am Gesche­hen betei­ligt. Hier steht die Ver­stän­di­gung im Vor­der­grund, so dass der Media­tor unter­stüt­zend wirkt bei der Her­aus­ar­bei­tung der ver­schie­de­nen Stand­punk­te. Es kommt auf das gegen­sei­ti­ge Ver­ste­hen an und nicht auf eine frem­de Lösungs­vor­ga­be. Folg­lich steu­ert der Media­tor ledig­lich den eigent­li­chen Ver­lauf, den Pro­zess der Media­ti­on. Eine Lösung bestimmt er nicht. Inso­weit han­deln die Kon­flikt­par­tei­en eigen­ver­ant­wort­lich. Folg­lich gibt es hier auch kei­nen Ver­lie­rer, denn alle Par­tei­en ste­hen zu 100 % hin­ter einer gefun­de­nen Lösung.