Schiedsgutachterklausel im Kraftfahrzeugleasing

Eine in den All­ge­mei­nen Lea­sing­be­din­gun­gen ent­hal­te­ne Schieds­gut­ach­ter­ver­ein­ba­rung ist unwirk­sam, wenn dem Lea­sing­neh­mer in jedem Fall die vol­len Gut­ach­ter­kos­ten auf­er­legt wer­den.

Schiedsgutachterklausel im Kraftfahrzeugleasing

Bei dem Ver­trags­pas­sus in dem Lea­sing­ver­trag über eine Ent­schei­dung des Gut­ach­tens eines öffent­lich bestell­ten und ver­ei­dig­ten Sach­ver­stän­di­gen für Kraft­fahr­zeug­we­sen in Zwei­fels­fäl­len han­delt es sich um eine Schieds­gut­ach­ter­klau­sel nach § 317 BGB, die jedoch nach § 307 BGB unwirk­sam ist. Sofern sich ein Lea­sing­fahr­zeug bei der Rück­ga­be nicht in einem nach Alter und ver­trags­ge­mä­ßer Fahr­leis­tung ent­spre­chen­den Erhal­tungs­zu­stand befin­det, hat der Lea­sing­ge­ber gegen­über dem Lea­sing­neh­mer einen Anspruch auf Ersatz des mer­kan­ti­len Min­der­wer­tes, wenn es sich nicht ledig­lich um nor­ma­le Ver­schleiß­spu­ren han­delt1. Der Lea­sing­ge­ber trägt die Beweis­last für die Behaup­tung, die fest­ge­stell­ten Män­gel wür­den nicht auf nor­ma­lem Ver­schleiß, son­dern auf über­mä­ßi­ger Abnut­zung beru­hen2. Der Umstand, dass die Klä­ge­rin in den von ihr ver­wen­de­ten all­ge­mei­nen Geschäfts­be­din­gun­gen gemäß Zif­fer 8 Abs. 3 trotz die­ser grund­sätz­li­chen Beweis­last die Kos­ten des in Zwei­fels­fäl­len ein­zu­ho­len­den Sach­ver­stän­di­gen­gut­ach­tens unab­hän­gig von des­sen Aus­gang voll und ganz auf den Lea­sing­neh­mer über­bür­det, stellt eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung des Lea­sing­neh­mers gegen­über der gesetz­li­chen Rege­lung dar. Da die­se Kos­ten­re­ge­lung geeig­net ist, den Lea­sing­neh­mer von der Wahr­neh­mung sei­ner Rech­te abzu­hal­ten, führt die Unwirk­sam­keit der Kos­ten­re­ge­lung auch zur Unwirk­sam­keit der Schieds­gut­ach­ter­klau­sel.

Amts­ge­richt Gen­gen­bach, Urteil vom 18. März 2013 — 1 C 17512

  1. OLG Frank­furt, Urteil vom 30.04.2012 -25 U 609 []
  2. OLG Frank­furt, Urteil vom 24.08.2012 -17 U 24211 []