Täter-Opfer-Ausgleich in Rheinland-Pfalz — Statistik für 2008

2008 konn­ten in Rhein­land-Pfalz deut­lich mehr Straf­ver­fah­ren im Rah­men des Täter-Opfer-Aus­gleichs abge­schlos­sen wer­den:

Täter-Opfer-Ausgleich in Rheinland-Pfalz — Statistik für 2008

Im Jah­re 2008 wur­den 3.844 Straf­ver­fah­ren im Rah­men eines Täter-Opfer-Aus­gleichs abge­schlos­sen. Dies ist eine Stei­ge­rung um 642 Ver­fah­ren gegen­über dem Vor­jahr. Deut­li­che Zuwäch­se sind in den Land­ge­richts­be­zir­ken Trier (+ 385), Mainz (+ 190) und Koblenz (+ 153) zu ver­zeich­nen. Mit 986 Ver­fah­ren ent­fal­len allein 25 Pro­zent der Ver­fah­ren des Lan­des auf den Land­ge­richts­be­zirk Mainz.

Die Kon­flikt­par­tei­en konn­ten sich in 49 Pro­zent der Ver­fah­ren auf eine Schlich­tung ver­stän­di­gen. Dies ent­spricht den all­ge­mei­nen Erfah­rungs­wer­ten der letz­ten Jah­re. Wie bereits in den Vor­jah­ren lag die Bereit­schaft zur Zustim­mung bei den Opfern einer Straf­tat wie­der­um höher als bei den Beschul­dig­ten. Ledig­lich 18 Pro­zent der Geschä­dig­ten lehn­ten eine Schlich­tung ab, was als Indiz für die Akzep­tanz auf Opersei­te gewer­tet wer­den kann. An Scha­dens­er­satz- bzw. Schmer­zens­geld­leis­tun­gen wur­den von den Beschul­dig­ten ins­ge­samt 561.133 € an die Opfer gezahlt, 249.107 € mehr als im Vor­jahr.

Der Täter-Opfer-Aus­gleich will zwi­schen Tätern und Opfern einer Straf­tat ver­mit­teln und im Ide­al­fall eine Ver­söh­nung zwi­schen den Betei­lig­ten her­bei­füh­ren. In der Regel wird der Täter-Opfer-Aus­gleich dadurch ein­ge­lei­tet, dass die Staats­an­walt­schaf­ten im Ermitt­lungs­ver­fah­ren geeig­ne­te Fäl­le an eine Kon­flikt­schlich­tungs­stel­le zur Durch­füh­rung des Täter-Opfer-Aus­gleich über­mit­teln.

Vorraus­set­zung für die Durch­füh­rung ist zunächst die Bereit­schaft sowohl des Täters als auch des Opfers. Im Mit­tel­punkt des Gesprächs zwi­schen den Betei­lig­ten, das von aus­ge­bil­de­ten Kon­flikt­schlich­tern gelei­tet wird, ste­hen die Auf­be­rei­tung der Tat und deren Fol­gen. Die Täter haben sich gegen­über den Geschä­dig­ten zu erklä­ren und imma­te­ri­el­le oder mate­ri­el­le Wie­der­gut­ma­chung zu leis­ten. Die kon­flikt­schlich­ten­de Stel­le über­wacht die Umset­zung der getrof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen und teilt den Jus­tiz­be­hör­den die Ergeb­nis­se mit.

Der Täter-Opfer-Aus­gleich soll­te dabei zu einem mög­lichst frü­hen Zeit­punkt erfol­gen, um das Ergeb­nis als Ent­schei­dungs­grund­la­ge für eine straf­pro­zes­sua­le Ver­fah­rens­ein­stel­lung oder eine Straf­mil­de­rung berück­sich­ti­gen zu kön­nen.