Die Kündigung eines Schiedsvertrages

Der Schieds­ver­trag stellt eine eigen­stän­di­ge Ver­ein­ba­rung dar, die unab­hän­gig vom Haupt­ver­trag ist (vgl. auch § 1040 Abs. 1 Satz 2 ZPO). Zwar kann auch ein Schieds­ver­trag als Dau­er­schuld­ver­hält­nis aus wich­ti­gem Grund frist­los gekün­digt wer­den1. Die Unzu­mut­bar­keit der Fort­set­zung des Ver­trags­ver­hält­nis­ses muss sich dabei aber gera­de auf das Schieds­ver­fah­ren und den mit dem Schieds­ver­trag ver­bun­de­nen Aus­schluss der staat­li­chen Gerichts­bar­keit bezie­hen.

Die Kündigung eines Schiedsvertrages

Uner­heb­lich ist inso­weit grund­sätz­lich, ob ein wich­ti­ger Grund zur Kün­di­gung der Ver­trä­ge besteht, auf die sich die Schieds­ab­re­de bezieht, das heißt der kün­di­gen­den Par­tei die Fort­set­zung die­ser Ver­trags­be­zie­hun­gen unzu­mut­bar ist.

Der Umstand, dass der Schieds­be­klag­te durch das Ver­hal­ten des Schieds­klä­gers die Ver­trau­ens­grund­la­ge für eine wei­te­re Zusam­men­ar­beit als zer­stört und sich hier­durch wie durch wei­te­re (behaup­te­te) Ver­trags­ver­let­zun­gen per­sön­lich und geschäft­lich als geschä­digt ansieht bezie­hungs­wei­se die Geschäfts­be­zie­hung zer­rüt­tet sei, ist des­halb für die Fra­ge der Kün­di­gung des Schieds­ver­trags nicht ent­schei­dungs­er­heb­lich.

Denn inso­weit ist nicht ersicht­lich, war­um nicht — wie ursprüng­lich ver­ein­bart — das Schieds­ge­richt statt der staat­li­chen Gerich­te über die Strei­tig­kei­ten der Par­tei­en im Zusam­men­hang mit den Kün­di­gun­gen der Ver­trä­ge ent­schei­den soll­te. Es lag inso­weit kein wich­ti­ger Grund vor, der es dem Schieds­be­klag­ten unzu­mut­bar gemacht hät­te, sei­ne Strei­tig­kei­ten mit dem Schieds­klä­ger von einem Schieds­ge­richt ent­schei­den zu las­sen.

Bun­des­ge­richts­hof, Beschluss vom 18. Juni 2014 — III ZB 8913

  1. vgl. etwa BGH, Urtei­le vom 12.11.1987 — III ZR 2987, BGHZ 102, 199, 202 f; und vom 10.03.1994 — III ZR 6093, NJW-RR 1994, 1214, 1215; Schwab/Walter aaO Kap. 8 Rn. 11; Münch­Komm-ZPO/­Münch aaO § 1029 Rn. 128 ff []